Benzinkanister 20l: Für wen die Größe passt

Wer ein Notstromaggregat betreibt, merkt schnell, dass ein Benzinkanister mit 20 Litern die praktischste Größe ist: Voll gefüllt wiegt er rund 15 Kilogramm, das lässt sich noch einhändig tragen und in jeden Kofferraum stellen. Ein kleiner Inverter-Generator mit 2 kW verbraucht bei mittlerer Last grob einen bis eineinhalb Liter pro Stunde, mit 20 Litern kommen Sie also je nach Gerät und Auslastung über ein bis zwei Tage Stromausfall. Genaue Werte stehen im Datenblatt Ihres Aggregats.

Beim Kauf zählt weniger der Preis als die Zulassung. Achten Sie auf einen Kraftstoffkanister aus Metall oder Kunststoff mit UN-Zulassung, erkennbar an der eingeprägten Kennzeichnung. Nur dann ist der Transport im Auto erlaubt und der Kanister für Ottokraftstoff ausgelegt. Haushaltsbehälter ohne Zulassung sind für Benzin tabu.

Stahlblech oder Kunststoff: der ehrliche Vergleich

Beide Bauarten haben ihre Berechtigung. Stahlblechkanister sind robust, formstabil und bei Wärme unkritischer, weil sie sich kaum verformen. Sie sind außerdem dichter gegen Ausdünstungen. Ihr Nachteil: Rost. Wird die Innenbeschichtung beschädigt oder bleibt Kondenswasser stehen, entsteht Korrosion, und die Rostpartikel landen später im Vergaser. Außen sollten Sie Kratzer und Roststellen früh nachbessern.

Kunststoffkanister aus HDPE rosten nicht, sind leichter und oft günstiger. Dafür dehnen sie sich bei Wärme, werden mit den Jahren spröde und können durch UV-Strahlung altern. Ein Kanister, der dauerhaft in der Sonne stand, gehört aussortiert. Wer Benzin über längere Zeit bevorraten will, fährt mit Metall meist besser. Für den gelegentlichen Einsatz bei Garten- und Notstromgeräten reicht ein zugelassener Kunststoffkanister völlig.

Auf diese Ausstattung kommt es an

Ein guter Kanister hat einen dichten Verschluss mit intakter Dichtung und ein Entlüftungsventil oder eine Entlüftungsmöglichkeit, damit das Ausgießen nicht glucksend und spritzend verläuft. Praktisch ist ein flexibler Ausgießer mit automatischem Stopp, der Überlaufen verhindert. Viele Kanister werden ohne Ausgießer geliefert, dann ist der Ausgießer ein separater Kauf. Prüfen Sie, ob Gewinde und Ausgießer zusammenpassen, denn es gibt unterschiedliche Verschlussgrößen.

Richtig lagern und befüllen

Benzin ist leicht entzündlich, seine Dämpfe sind schwerer als Luft und sammeln sich am Boden. Lagern Sie den Kanister deshalb kühl, schattig und gut belüftet, nicht im Wohnraum, nicht im Heizungskeller und nicht neben Zündquellen. Ein Gartenhaus oder eine Garage mit Belüftung eignet sich besser. Welche Mengen im Haus oder in der Garage zulässig sind, regeln Landesvorschriften und gegebenenfalls Ihr Mietvertrag. Informieren Sie sich vor dem Einlagern größerer Mengen.

Beim Befüllen an der Tankstelle gilt: Kanister auf den Boden stellen, nicht im Kofferraum befüllen. So bleibt die Elektrostatik beherrschbar. Füllen Sie nicht bis zum Rand, lassen Sie etwa fünf Prozent Luft, weil sich Benzin bei Wärme ausdehnt. Im Auto transportieren Sie den Kanister aufrecht stehend und gegen Umkippen gesichert, zum Beispiel mit einem Spanngurt oder in einer Wanne.

Wie lange hält Benzin im Kanister?

Normalbenzin altert, weil leichtflüchtige Bestandteile verdunsten und sich Harze bilden. Bei kühler, dichter Lagerung bleibt es mehrere Monate brauchbar, nach einem halben Jahr sinkt die Qualität spürbar. Wer länger lagert, sollte einen Kraftstoffstabilisator zugeben und den Vorrat regelmäßig im Auto oder Aggregat aufbrauchen und frisch nachfüllen. Wer das Aggregat nur selten nutzt, kann außerdem den Vergaser leerfahren, damit er nicht verharzt.

Typische Anfängerfehler und wie Sie sie erkennen

Fehler 1: Kanister ohne UN-Zulassung. Erkennbar am fehlenden Prägecode am Boden oder an der Seite. Beheben lässt sich das nur durch Austausch. Der Kanister ist dann für Benzin nicht geeignet.

Fehler 2: Alter Kanister mit Rückständen. Riecht das Benzin sauer oder ist es trüb, liegt es oft am Kanister selbst. Spülen Sie ihn gründlich, lassen Sie ihn offen auslüften und entsorgen Sie Altbenzin fachgerecht, etwa am Wertstoffhof. Schütten Sie es niemals in den Abfluss oder die Natur. Wie Sie das Reinigen richtig angehen, haben wir an anderer Stelle beschrieben.

Fehler 3: Falsche Kraftstoffart. Dieselkanister und Benzinkanister gehören getrennt, und manche Modelle sind farblich markiert. Wer versehentlich Benzin in einen Dieselkanister füllt, riskiert Verwechslungen am Aggregat. Kennzeichnen Sie Ihre Kanister dauerhaft, zum Beispiel mit wasserfestem Marker oder einem Etikett.

Fehler 4: Verschluss nicht richtig dicht. Riecht es im Lager nach Benzin oder bildet sich ein feuchter Rand am Schraubverschluss, ist die Dichtung defekt. Tauschen Sie sie aus oder ersetzen Sie den Verschluss, bevor Sie weitere Mengen lagern. Ein Ersatzdichtung für Kanister kostet wenig und verhindert Ärger.

Fehler 5: Ungeeigneter Lagerort. Ein Kanister auf dem Dachboden oder in der Sonne am Fenster wird zum Risiko. Wählen Sie einen stabilen Stand am Boden, am besten in einer Auffangwanne, die bei Undichtigkeit ausgelaufenes Benzin aufnimmt.

Zubehör, das sich wirklich lohnt

Neben dem Kanister selbst bewähren sich drei Dinge. Erstens ein Ausgießer mit Überlaufschutz, damit beim Betanken des Aggregats nichts danebengeht. Zweitens ein Benzintrichter mit Sieb, der gröbere Partikel zurückhält. Drittens ein Kanisterhalter, der den Kanister sicher an der Wand oder im Fahrzeug fixiert. Ein zweiter Kanister mit Reservebenzin ist für längere Stromausfälle sinnvoll, dann tauschen Sie abwechselnd und halten den Vorrat frisch.

Wer sein Notstromkonzept plant, sollte außerdem eine Liste führen: Datum der Befüllung, Kraftstoffart, Zusatz von Stabilisator. Das klingt pedantisch, spart aber im Ernstfall Zeit und verhindert, dass uralter Kraftstoff den Motor zum Husten bringt.